Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ im Hals, das jedoch einen enormen Einfluss auf viele lebenswichtige Funktionen hat. Besonders stark wirkt sie auf das Herz-Kreislauf-System. Ihre Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) steuern nicht nur den Stoffwechsel, sondern beeinflussen auch Herzfrequenz, Blutdruck und Gefäßspannung. Weitere Informationen finden Sie unter miavola
Wirkung der Schilddrüsenhormone auf das Herz
- Herzfrequenz: T3 erhöht die Empfindlichkeit des Herzens für Adrenalin und Noradrenalin. Dadurch schlägt das Herz schneller und kräftiger.
- Herzleistung: Mehr Schilddrüsenhormone steigern die Pumpleistung und den Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels.
- Herzrhythmus: Bei Überfunktionen (Hyperthyreose) können Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern auftreten.
Einfluss auf den Blutdruck
Die Schilddrüse wirkt nicht nur direkt auf das Herz, sondern auch auf die Blutgefäße:
- Gefäßspannung: T3 und T4 entspannen die Gefäße, was zu einer besseren Durchblutung führt.
- Systolischer Blutdruck: Erhöht sich bei einer Schilddrüsenüberfunktion oft, weil das Herz kräftiger pumpt.
- Diastolischer Blutdruck: Sinkt häufig, da die Gefäße weitergestellt sind.
Das Zusammenspiel führt manchmal zu einem erhöhten Puls bei gleichzeitig niedrigem oder schwankendem Blutdruck.
Krankheitsbilder und Kreislaufprobleme
- Hyperthyreose (Überfunktion): Rascher Puls, Herzrasen, Bluthochdruck, Rhythmusstörungen.
- Hypothyreose (Unterfunktion): Langsamer Herzschlag, niedriger Blutdruck, oft Müdigkeit und Kälteempfindlichkeit.
Langfristig können unbehandelte Störungen das Herz belasten und das Risiko für Herzschwäche oder Gefäßerkrankungen erhöhen.
Fazit
Die Schilddrüse und das Herz-Kreislauf-System sind eng miteinander verbunden. Selbst kleine hormonelle Veränderungen können Puls, Blutdruck und Herzrhythmus deutlich beeinflussen. Regelmäßige Kontrollen der Schilddrüsenwerte sind daher besonders wichtig, wenn Herzprobleme auftreten.